Der Maxi-Club Walhausen in der
Ev. Kirchengemeinde Wolfersweiler 

 Zur Geschichte des Maxi-Clubs:


Im Januar 1983 bekamen die Mütter in Walhausen, die Kinder der Jahrgänge 1977 bis 1980 hatten und der Evangelischen Kirchengemeinde bekannt waren, einen Einladungsbrief zur Gründung eines Miniclubs in Walhausen. Sie wurden gebeten Mütter anderer Konfessionen, die aber Kinder in dem gleichen Alter hatten, auch zu dem ersten Treffen im Februar 1983 herzlich einzuladen. Selbstverständlich waren auch die älteren oder jüngeren Kinder dieser Familien herzlich willkommen.
Im Februar ging es dann los.

Mütter und Kinder trafen sich einmal pro Woche in der Evangelischen Kirche in Walhausen. Tee wurde gekocht, Plätzchen verteilt, und es wurde gesungen, gespielt und gebastelt. Es stellte sich schnell heraus, dass die Kirche auf die kleinen Besucher nicht eingestellt war und so organisierten die Mütter Spielzeug, kindgerechtes Geschirr und Bastelmaterial. Die anderthalb Stunden vergingen jedes Mal wie im Flug und zum Abschluss gab es dann gemeinsame Kreisspiele und Gesang.

Die Kinder genossen den vielen Platz, besonders bei schlechtem Wetter, es wurde auch schon mal in der Kirche Verstecken gespielt und die Mütter freuten sich auf die Zeit zum Austausch über die Freuden und Probleme, die man halt so mit Kindern, Beruf und Familie hat.

Da wir nicht nur so dahin wurschteln wollten, gab es bald auch ein Sommer- und ein Winterprogramm, das bei Arbeitsessen der Mütter geplant wurde. Basteln je nach Jahreszeit, kochen, backen, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung und Feiern für die Kleinen wurden zum festen Bestandteil des Jahresablaufs. Nicht festgelegt waren die teilnehmenden Familien. Neue MitmacherInnen wurden herzlich begrüßt, auch eine tamilische Familie, oder Mütter aus Steinberg-D. waren zeitweise  Mitglieder des Miniclubs.

Die "Minis" waren es dann, die die Väter mit ins Boot holten und damit den Grundstock zum heutigen Maxiclub legten. Sie wollten eine Suppe für ihre Papas kochen, und als diese das hörten, kamen sie auch alle. In den folgenden Jahren gab es dann erst regelmäßige gemeinsame Ausflüge der ganzen Familien an einem Sonntag im Sommer in den Luisen Park nach Mannheim.
Dann kamen Wochenend-Freizeiten in Boos dazu, zuerst mit Betreuungspersonen für die Kinder, damit die Eltern auch mal frei hatten und sich auf Elternseminaren z.B. "Familienkonferenz nach Thomas Gordon" fortbilden konnten.

Als aus den Minis dann "Midis" wurden, nannte sich der Club zum ersten Mal um. Es wurde der Midiclub. Ausflüge ins Theater, Schnitzeljagd, gemeinsame Grillfeste, Feuerzangenbowle für die Erwachsen und Freizeiten waren nun das Programm.

Die Fahrten nach Boos waren auch der Auslöser für ein "Großprojekt". Bis dahin hatte der Mini/Midiclub sich zwar auch nicht nur um sich selbst gekümmert, regelmäßig gestalteten wir am Heiligabend Gottesdienste, den ein oder anderen Erntedank-Gottesdienst und besuchten Seniorennachmittage.
Jetzt aber fassten wir einen kühnen Plan: wir wollten auch so einen schänen Spielplatz, wie in Boos, für Walhausen. Wie jeder heute hinter dem Sportplatz sehen kann, ist es uns mit viel Einsatz gelungen. Wir Mütter überzeugten in zähen Verhandlungen die Gemeinde, uns einen Platz zu geben. Wir beschafften Geld durch Sponsoring und durch unseren Einsatz auf dem 1.Walhauser Weihnachtsmarkt vor der Evangelischen Kirche. Das wichtigste war natürlich der Arbeitseinsatz der Väter und andere Helfer beim Bau des Spielplatzes. Wir sind stolz es geschafft zu haben, auch wenn unsere Kinder bei der Eröffnung fast alle schon zu alt waren, um ihn selbst noch zu nutzen.

Unseren "Club" hat dieses Projekt total verändert: ohne Väter lief  nichts mehr. Schlauchboot Touren auf der Nahe, Väter-Kochen, Frauenkino, Gesellschaftsspiele, Wochenendreisen manchmal, zu unserer Verblüffung, auch noch mit den Teenagern und ihren Freunden.

Dann der Schock, die Kirche sollte geschlossen werden. Wie viele Walhauser wollten wir das nicht und so beschlossen wir nach vielen Diskussionen uns anzubieten, Geld zu beschaffen, um z.B. mit einem monatlichen Betrag der Kirchengemeinde zu helfen, damit die Kirche offen bleiben konnte. Daraus entstand auch die Idee des "ersten Walhauser Weihnachtsmarktes". Auch bei notwendigen Renovierungen und Reinigungsarbeiten engagierten wir uns genau wie andere Bürger.

Bis heute tragen wir die Verantwortung, genügend Geld einzunehmen um die
"Kirche im Dorf" zu lassen. In den ersten Jahren hat die Bevölkerung von Walhausen uns stark unterstützt, als wir auf Kirchenfesten, den besagten Weihnachtsmärkten und mit der Spendenkirche Geld sammelten. Leider nimmt die Spendenwilligkeit aber stark ab.

Der inzwischen ohne Minis und Midis (daher "Maxi"-) existierende Club trifft sich nun schon seit einigen Jahren reihum in Privathäusern bei seinen Mitgliedern, um die laufenden Kosten (Strom und Gas) der Walhauser Kirche zu senken. Wir fühlen uns aber immer noch als Kirchengruppe, so wie zum Beginn im Jahre 1983. Wir reden immer noch über Gott und die Welt, kochen, gehen ins Kino und machen Ausflüge. Viele unser Treffen drehen sich auch heute noch um "unsere Kirche". Wir sind aber durch die Zeit, die wir für unsere alten Eltern und die Minis unserer Minis brauchen, zeitlich nicht mehr so unabhängig wie früher, wir treffen uns nur noch einmal im Monat.  Mehrtägige Ausflüge werden immer schwieriger zu organisieren, da wir pflegebedürftige Eltern nicht betreut wissen. Trotzdem schaffen wir es immer wieder uns Freiräume zu finden und den Mini/Maxiclub nun schon 30 Jahre am Leben zu erhalten.